Sonntag, 28. Juni 2009

Warnung! vor Facebooks` AGB

Blogger deckte stillschweigende Änderung auf
Die Nutzungsbestimmungen waren bereits am 4. Februar geändert worden, allerdings ohne dass Facebook seine User von sich aus darauf hinwies. Als dann aber das Verbraucherschutz-Blog Consumerist.com am Sonntag darauf aufmerksam machte, erhob sich der Proteststurm: Zehntausende Facebook-User schlossen sich Gruppen und Foren an, die die Änderungen ablehnten.

daher die Warnung! Facebook nimmt dir alles: Fotos, Videos und deine Rechte!
Das soziale Netzwerk “Facebook” hat stillschweigend seine Nutzungs-und Datenschutzbestimmungen geändert,- und die haben es jetzt in sich!
Jedes Facebook-Mitglied, überlässt jetzt dem Netzwerk Facebook alle Rechte an eigenen Texten, Fotos, Videos, selbstkomponierten Musikstücken und anderen hochgeladenen Dateien des Mitglieds.
Facebook kann damit machen was es will. Zum Beispiel, Fotos an Zeitungen verkaufen (ohne dass das Mitglied, dem die Fotos gehören, etwas dafür bekommt!), Werbung damit treiben, Bilder der Nutzer als “Funny-Picture” verunstalten oder Nutzer-Videos ans Fernsehen verkaufen (z.B. an “Uups! Die Pannenshow” oder “TV Total”).
In den neuen Nutzungsbedingungen von Facebook heißt es, dass Facebook künftig sämtliche Daten, die der Nutzer hochgeladen hat “nutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, aufbewahren, veröffentlichen, übertragen, scannen, neu formatieren, ergänzen, bearbeiten, übersetzen, anpassen und verteilen”, sowie “abgeleitete Werke und Auszüge davon erstellen” kann.
Wer jetzt schnell seine privaten Fotos, Texte und Videos bei Facebook löscht, der kann trotzdem Pech haben, denn die “Vereinbarung” gilt “unwiderruflich, unbefristet, nicht-exklusiv, übertragbar, vollständig bezahlt und weltweit”.
Was das in der Realität bedeutet ist unvorstellbar skandalös: Stellen Sie sich vor, Sie wissen, dass eine gute Bekannte von Ihnen, ein paar nette Bikini-Fotos von sich im letzten Urlaub in ihr Facebook-Profil hochgeladen hat. Nach dem Lesen dieses Artikels informieren Sie sie über die neuen Nutzungsbedingungen des Netzwerkes, und sie löscht die Fotos bei Facebook. Zu spät. Zwar sind die Fotos jetzt im Profil Ihrer Bekannten nicht mehr zu finden, trotzdem liegen sie wohl noch auf dem Facebook-Server. Facebook kann nun - heute , morgen, oder in zwei Jahren - die Fotos z.B. an die BILD verkaufen (denn die Rechte sind ja “übertragbar”). - Die BILD sucht nämlich ein halbnacktes Mädchen für die Seite 1. Ihre Bekannte kann gegen den Abdruck Ihres Fotos nichts unternehmen, denn Sie hat alle Rechte an Facebook abgetreten. Geld bekommt sie für den Abdruck der Fotos auch nicht, selbst wenn Facebook dafür von der Zeitung einen fünfstelligen Betrag kassieren sollte, - denn in den Nutzungsbedingungen gelten die Rechte an den Nutzerdateien als “vollständig bezahlt”! Nett, oder?
Falls Sie zu den großen Poeten auf diesem Planeten zählen, sollten Sie Ihre Texte nicht unbedingt über Facebook Ihrem Freundekreis zugänglich machen. Facebook könnte die Texte nämlich sammeln und an einen Verlag verhökern. Wenn der dann mit Ihren Texten einen Bestseller herausbringt, werden Sie ziemlich wenig davon haben. da kommt doch Freude auf!
Die hier dargelegten Missbrauchsmöglichkeiten dürften noch die harmloseren sein. Wieder zeigt sich, dass man nicht zu sorglos mit seinen Daten im Netz hantieren sollte. - Wer haute noch Freund ist, kann morgen schon Feind sein und die Daten missbrauchen.
Der neue Feind der Facebook-Nutzer lautet Facebook.
Ich werde meinen Account dort löschen. Was machen Sie ?



http://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account

Samstag, 20. Juni 2009

die nächte Stufe der Internetzensur ab 2010

Das Grundübel unserer Demokratie liegt darin, dass sie keine ist. Prof. Hans Herbert v. Arnim
23.06.2009 14:03
Nun ist es amtlich !!!

CDU/CSU-Wahlprogramm: Internetsperren nach Urheberrechtsverstößen.


CDU und CSU streben für die Ahndung von Urheberrechtsverletzungen im Internet ein Modell nach französischem Vorbild an. Das berichtet Zeit online, das nach eigenen Angaben der Entwurf für das gemeinsame Wahlprogramm der Parteien vorliegt. Demnach sollen Anbieter von Internetzugängen "Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren". Dabei berufe sich die Partei auf den Grundsatz, das Internet sei kein rechtsfreier Raum.

Privatkopien von was auch immer sind LEGAL, solange diese Kopien nicht gehandelt werden !!! erst dann kann man den Begriff Raubkopie dafür benutzen !!!


zum verdeutlichen das man z.B. Streamfilme ohne schlechtes Gewissen ansehen und downloaden kann folgender Artikel

ganz legal: wenn man Musik oder Videos über den IE streamt, speichert Windows die Streams in den Temp Ordner... von dort kann man sie dann einfach rauskopieren und weiter benutzen.

Software!
Aufgrund der 2003 verschärften Gesetze sollten Sie keines der hier genannten Programme verwenden. Denn: Alle Programme können den Kopierschutz von DVD-Filmen, Musik-CDs oder im Internet gekauften Songs umgehen. Einige Hersteller haben inzwischen reagiert und bieten ihre Software in „entschärften“ Versio­nen an. Dann sind zum Beispiel speziell für den deutschen Markt Sperren eingebaut. Die brechen den Vorgang ab, wenn Sie einen geschützten Film kopieren wollen. Absurd: In Ländern außerhalb der EU, etwa der Schweiz, sind die ungebremsten Varianten zum Teil noch ganz legal erhältlich.

Video-Kopierprogramme
Solche Programme knacken die Verschlüsselung von Video-DVDs. Einige kopieren die Filme dabei gleich auf einen Rohling, andere nur auf Festplatte. Von dort werden sie dann mit einem Brennprogramm auf DVD geschrieben. Die verbreitetsten Vertreter sind:

Clad DVD
DVD Copy Express
DVD Fab/Express
DVD Shrink
DVD Ripper Platinum
Plato DVD Ripper
Rip it 4 Me
Smart Ripper
Super DVD Ripper


Audio-Kopierprogramme
Diese Programme hebeln den Kopierschutz von Musik-CDs aus. Zwar verzichten die meisten Plattenfirmen inzwischen auf Schutzmaßnahmen, und viele Computer-Laufwerke ignorieren die Kopierschutzsysteme. Trotzdem haben viele Musikliebhaber noch jede Menge älterer Hit- Scheiben im Regal stehen, die sie nicht ohne Weiteres kopieren können. Deshalb umgehen viele bewusst deren Kopierschutz. Mit verbotenen Programmen wie diesen:

Clone CD
Easy CDDA Extractor
RAW CD Copy

Kopierschutz-Unterdrücker
Diese ausgefuchsten Trickprogramme klinken sich tief in das Windows-System ein. Sie gaukeln dem System vor, dass eine eingelegte CD oder DVD gar keinen Kopierschutz hat. Oder sie tarnen sich so gut, dass Windows glaubt, es würde sich bei der eingelegten Kopie um das Original handeln. Das gilt sowohl für Filme als auch für Musik, Software und Spiele.

Weitverbreitet sind die illegalen Programme:

Any DVD
Daemon Tools
DVD 43
DVD Region + CSS Free

DRM-Killer
Wenn Sie Filme und Musikdateien im Internet kaufen, dann haben die fast immer einen
Kopierschutz (DRM, „digitales Rechtemanagement“). Die Folge: Sie können die Songs weder unbegrenzt brennen noch überall abspielen. Dabei ist das Entfernen des DRM-Schutzes über Umwege erlaubt . Trotzdem kommen immer mehr illegale Programe auf den Markt, die den Schutz einfach entfernen. Das sind zum Beispiel:

Fair Use 4 WM
Muv Audio 2
QT Fair Use
Sound Taxi


Viel Vergnügen beim kopieren

Freitag, 19. Juni 2009

Aufruf zum Wahlboykott 2009 der Bundestagswahlen in Deutschland

Generalstreik 2009 statt Bundestagswahl 2009!

Wir hatten Helmut Kohl (CDU) und zum Ende seiner Amtszeit hin wurde auch schon vieles schlechter für die “kleinen Leute”. Danach kam Gerhard Schröder (SPD), in den viele Menschen wohl die Hoffnung gesetzt hatten, er würde etwas für die Masse der Menschen verbessern, mehr soziale Gerechtigkeit schaffen und die Binnenkonjunktur ankurbeln können. Diese Hoffnungen wurden rigoros enttäuscht und wer nachschaut, wo und für wen dieser Gerhard Schröder heute tätig ist, der weiß, für wen er Politik gemacht hat. Nun haben wir die Große Koalition mit Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin und wieder wird die Masse der Menschen geplündert, um Banken, Bonzen und die sonstige Klientel der CDU zu beschenken. Die häufig wenig aussagekräftigen, wenn nicht gar gelegentlich mehr oder weniger unseriösen Umfrageergebnisse von Forsa und Konsorten propagieren einen Wechsel hin zu Schwarz-Gelb. Was soll dann kommen und wie sehr soll sich noch die Situation von Arbeitnehmern, Erwerbslosen, Rentnern, Behinderten und Kranken verschlechtern?

Es wird Zeit, dass wir nicht mehr SPD oder CDU, FDP oder Grüne sagen, sondern dass wir endlich NEIN! und STOPP! sagen. Wir brauchen keine Bundestagswahl 2009, sondern den Generalstreik 2009 – inklusive komplettem Wahlboykott! Es ist an der Zeit, dass der Gesellschaftsvertrag für die Zukunft direkt mit dem Volk vereinbart wird und nicht mehr die Lügner und Betrüger aller alteingesessenen Parteien das Zepter in die Hand bekommen!

Sagt es weiter!


Echte Demokratie oder doch nur Scheindemokratie?

Dienstag, 16. Juni 2009

die Internetzensur ist beschlossene Sache

16.Juni 2009
Der Gesetzentwurf für die geplanten Internetsperren kinderpornografischer Websites wurde von der SPD noch ein wenig abgeschwächt. Nichts desto trotz einigte sich die Große Koalition auf einen Entwurf. Bereits am Donnerstag soll der Bundestag über das Gesetz entscheiden. Dass die stärkste Fraktion aus CDU/CSU und SPD den Entwurf absegnen wird, gilt als sicher. Auch die meisten Forderungen des Bundesrates wurden erfüllt. Dass die höchst umstrittenen Netzsperren nun kommen, wird damit immer wahrscheinlicher.


Es gibt kein Zurück mehr die Politiker haben beschlossen und damit wird in Deutschland die Internetzensur eingeführt.

Samstag, 13. Juni 2009

Wie sperrt man jemanden vom Internet aus?

Früher kannte man solche Meldungen nur aus China, dem Iran, oder anderen, ohnehin verdächtigen Staaten: Internetsperren und staatliche URL-Filterungen, Zugangsbeschränkungen und Surf-Verbote. Darüber berichtet wurde höchstens von Menschenrechtsorganisationen und Dissidentengruppen. Aber wie sich die Zeiten ändern: Auf einmal gehören diese Themen zum täglichen Artikelkanon aller Medien. Besonders hoch schwappen die Wellen in Frankreich und in Deutschland.

Aber während Deutschland noch diskutiert, hat Frankreich schon Tatsachen geschaffen: Im Mutterland der Menschen- und Bürgerrechte sorgte diese Woche "Hadopi" für Aufregung. Die Abkürzung steht für "Haute Autorité pour la Diffusion des oeuvres et la Protection des Droits sur Internet". Dahinter verbirgt sich eine neue Behörde. Deren Einrichtung wurde diese Woche im zweiten Anlauf von Nationalversammlung und Senat beschlossen. Ihre Aufgabe ist, gegen illegales Filesharing und rechtswidrige Downloads von urheberrechtlich geschütztem Material vorzugehen.

Dazu soll sie Bösewichten - nach zwei Warnungen per E-Mail und einer dritten per Brief - bis zu einem Jahr den Internetzugang sperren können. So stand es zumindest fast überall. Das soll übrigens ohne Gerichtsverfahren oder anderen lästigen Behördenkram möglich sein. Aber wie funktioniert das im Detail? Haben die französischen Abgeordneten auch nur eine Sekunde ernsthaft darüber nachgedacht, wie man jemandem den Internetzugang sperrt?

Wahrscheinlich nicht. Denn auch ohne alle technischen Kenntnisse ist die Umgehung der Strafe lächerlich einfach. Sorgt Hadopi etwa dafür, dass die Verbindung durch den Provider unterbrochen wird, kauft sich der Betroffene doch einfach eine UMTS-Karte für sein Notebook. Falls er dazu einen Ausweis benötigt, damit sich überprüfen lässt, ob er sowas überhaupt erwerben darf, lässt er sich die Karte eben von einem Bekannten kaufen.

Oder er geht ins Internet-Café. Auch für diese subversiven Orte wären dann natürlich Ausweiskontrollen und der Abgleich der Besucherlisten mit einer zentralen Datenbank notwendig. Wie soll man sonst alle erwischen, die ihre Strafe umgehen wollen? Und hoffentlich arbeitet der Gesperrte nicht in einem Büro mit dem PC. Ansonsten muss der Administrator dafür sorgen, dass der Urheberrechtsverletzer sich dort keinen Zugriff auf das für ihn verbotene Internet erschleicht.

Interessant wird es auch, wenn den ersten Hotels und WLAN-Hotspot-Betreibern an Flughäfen oder anderen öffentlichen Plätzen vom Provider die Verbindung zum Internet abgezwickt wird, weil bei ihnen drei Mal der Download urheberrechtlich geschützter Inhalte festgestellt wurde. Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen, der Blogger Sebastian von Bomhard, im Hauptberuf Vorstand des Providers Spacenet, hat beispielsweise noch einige Szenarien parat.

Langer Rede kurzer Sinn: Schon bald könnten die in Frankreich Regierenden merken, dass "Hadopi" und Internetverbote keine gute Idee waren. Außer das Ziel der Aktion wäre es, den Verwaltungsapparat aufzublähen. Aber möglicherweise wird es ja Ausnahmegenehmigungen geben? Dann kann man sicher darauf warten, bis findige Franzosen an diesen Orten die ersten Filesharing-Partys organisieren. Und wenn der böse Brief kommt, dann packt die Partygesellschaft einfach ihre Notebooks ein und zieht weiter …

Freitag, 12. Juni 2009

Bundesrat moniert Kinderporno-Sperre

Berlin (dpa) - Die von der Bundesregierung angestrebte Blockade von Kinderporno-Angeboten im Internet ist nach Einschätzung des Bundesrates datenschutzrechtlich bedenklich.

Bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfs am Freitag monierte die Länderkammer die alleinige Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes (BKA), das eine geheime Liste über zu sperrende Seiten erstellen soll.

Weil in Grundrechte eingegriffen werde, seien Sicherungen wie die Einbeziehung eines unabhängigen Gremiums erforderlich. So könne man verhindern, dass auch legale Seiten gesperrt werden, heißt es in der Stellungnahme des Bundesrates. Auch wehren sich die Länder dagegen, personenbezogene Daten bei jedem Zugriff auf verbotene Seiten an die Strafverfolger weiterzugeben. Wer auf solche Seiten kommt, soll künftig ein Stopp-Schild sehen.

Donnerstag, 11. Juni 2009

wie funktioniert das Internet









Veröffentlicht am: 30.05.2009, 01:00 Uhr
Aufnahme vom: 29.05.2009
Teilnehmer: Tim Pritlove CCC (Moderation), Florian "scusi" Walther (Dauer 149 min)

https://scusiblog.org/ findet man hier
http://blip.tv/ gute Beiträge

bei Durchsetzung von Internetzensur --- liegt Gefahr im Verzuge vor , bei der für mich die geltenden Gesetze außer Kraft treten, --- also liebe Internetfreunde handelt danach und bekämpft die Infrastruktur der dafür zuständigen Behörden.
Fortsetzung folgt

Mittwoch, 3. Juni 2009

25 Jahre nach Orwells "1984"

Vielen Dank für die Zensur!
Eine Polemik von Lukas Hollerbach - Die Intel Friday Night Games sind abgesagt. Nun ist es an der Zeit, Willkommen und Danke zu sagen - all jenen, die uns tagtäglich vor dem Bösen beschützen: dem Internet, PC-Spielen und ähnlichen Verbrechen.

Willkommen in Karlsruhe, der Internethauptstadt Deutschlands. Wir sind eine der modernsten Technologieregionen des Landes und wir können eigentlich alles - außer hochdeutsch und sachlich Wahlkampf führen. Doch wir schützen Eure Kinder: Sie dürfen sich zwar prügeln, verwahrlosen, sich betrinken (bis sie ohnmächtig oder tot umfallen) und schnurstracks auf eine Hartz-IV-Karriere zusteuern. Aber das macht überhaupt nichts, denn sie werden keine "Killerspiele" konsumieren und daher auch niemals Amok laufen. Danke, Karlsruher CDU - Ihr habt unsere Kinder gerettet.

Willkommen in Deutschlands Politik, liebe Ursula von der Leyen, Sie entschlossene Kämpferin gegen Kinderpornografie im Internet. Ihre leidenschaftlichen Plädoyers haben Sie bisweilen mit Bildern belegt, die an der Grausamkeit der Verbrechen (und an der Richtigkeit der geplanten Maßnahmen) keinen Zweifel ließen. Die massive Kritik an eben diesen mit heißer Nadel gestrickten Gesetzesvorhaben zur Sperrung von Internetseiten wurde von Ihnen und anderen Politikern harsch abgeschmettert. Wer gegen die Maßnahmen sei, der sei für Kinderpornographie - "Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns."

Es sind nicht die Ziele, die angezweifelt werden, es sind die Mittel. Denn böse Zungen unterstellen Ihnen, Sie würden damit künftigen Zensurbestrebungen Vorschub leisten. Und diese Kritiker behaupten auch , dass ein solches Sperrgesetz praktisch wirkungslos und nur der neueste Deckmantel für die Etablierung eines Zensurinstruments sein - danke "Zensursula", wir geben Teile unserer Freiheit doch gerne auf - für ein wenig mehr Schutz im weltweiten Netz.

Willkommen in einem sicheren Deutschland, lieber Wolfgang Schäuble, Sie mutiger Retter einer verloren geglaubten Sicherheit. So langsam kann man sich wirklich wohl fühlen in diesem Land, vor allem: sicher. Es scheint, dass doch alles wieder so werden könnte, wie es früher war: besser. Terroristen und alle anderen Verbrecher machen einen großen Bogen um die Republik, da sie sofort verhaftet werden würden, wenn sie irgendwo einen Fingerabdruck hinterließen. Das ist auch Ihr Verdienst - Danke!

Willkommen im deutschen Internet. Bitte legen Sie Ihren rechten Daumen auf das biometrische Registrierungs-Feld und warten Sie, bis wir Ihre Daten überprüft haben… Prüfung abgeschlossen: Leider müssen wir Ihnen den Zugang verweigern, da Sie am 25. Juli 2011 eine Seite mit pornografischem Inhalt besucht haben und am 28. November 2012 illegal ein gewaltverherrlichendes PC-Spiel aus dem Internet heruntergeladen haben. Danke für Ihren Besuch und auf Wiedersehen - Sie werden nun ausgeloggt und erhalten in Kürze ein Schreiben der Staatsanwaltschaft.

Dienstag, 2. Juni 2009

Die Unabhängigkeitserklärung des Internets


Vita John Perry Barlow < click here

Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace von John Perry Barlow hat leider nichts von ihrer Aktualität verloren:

Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.

Wir besitzen keine gewählte Regierung, und wir werden wohl auch nie eine bekommen - und so wende ich mich mit keiner größeren Autorität an Euch als der, mit der die Freiheit selber spricht. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die Ihr über uns auszuüben anstrebt. Ihr habt hier kein moralisches Recht zu regieren noch besitzt Ihr Methoden, es zu erzwingen, die wir zu befürchten hätten.

Regierungen leiten Ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ab. Unsere habt Ihr nicht erbeten, geschweige denn erhalten. Wir haben Euch nicht eingeladen. Ihr kennt weder uns noch unsere Welt. Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht. Der Cyberspace ist ein natürliches Gebilde und wächst durch unsere kollektiven Handlungen.

Ihr habt Euch nicht an unseren großartigen und verbindenden Auseinandersetzungen beteiligt, und Ihr habt auch nicht den Reichtum unserer Marktplätze hervorgebracht. Ihr kennt weder unsere Kultur noch unsere Ethik oder die ungeschriebenen Regeln, die unsere Gesellschaft besser ordnen als dies irgendeine Eurer Bestimmungen vermöchte.

Ihr sprecht von Problemen, die wir haben, aber die nur Ihr lösen könnt. Das dient Eurer Invasion in unser Reich als Legitimation. Viele dieser Probleme existieren gar nicht. Ob es sich aber um echte oder um nur scheinbare Konflikte handelt - wir werden sie lokalisieren und mit unseren Mitteln angehen. Wir schreiben unseren eigenen Gesellschaftsvertrag. Unsere Regierungsweise wird sich in Übereinstimmung mit den Bedingungen unserer Welt entwickeln, nicht Eurer. Unsere Welt ist anders.

Der Cyberspace besteht aus Beziehungen, Transaktionen und dem Denken selbst, positioniert wie eine stehende Welle im Netz der Kommunikation. Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.

Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können ohne Bevorzugung oder Vorurteil bezüglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft.

Wir erschaffen eine Welt, in der jeder Einzelnen an jedem Ort seine oder ihre Überzeugungen ausdrücken darf, wie individuell sie auch sind, ohne Angst davor, im Schweigen der Konformität aufgehen zu müssen.

Eure Rechtsvorstellungen von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit und Kontext treffen auf uns nicht zu. Sie alle basieren auf der Gegenständlichkeit der materiellen Welt. Es gibt im Cyberspace keine Materie.

Unsere persönlichen Identitäten haben keine Körper, so daß wir im Gegensatz zu Euch nicht durch physische Gewalt reglementiert werden können. Wir glauben daran, daß unsere Regierungsweise sich aus der Ethik, dem aufgeklärten Selbstinteresse und dem Gemeinschaftswohl eigenständig entwickeln wird. Unsere Identitäten werden möglicherweise über die Zuständigkeitsbereiche vieler Eurer Rechtssprechungen verteilt sein. Das einzige Gesetz, das alle unsere entstehenden Kulturen grundsätzlch anerkennen werden, ist die Goldene Regel. Wir hoffen, auf dieser Basis in der Lage zu sein, für jeden einzelnen Fall eine angemessene Lösung zu finden. Auf keinen Fall werden wir Lösungen akzeptieren, die Ihr uns aufzudrängen versucht.

In den Vereinigten Staaten habt Ihr mit dem "Telecommunications Reform Act" gerade ein Gesetz geschaffen, das Eure eigene Verfassung herabwürdigt und die Träume von Jefferson, Washington, Mill, Madison, Tocqueville und Brandeis beleidigt. Diese Träume müssen nun in uns wiedergeboren werden.

Ihr erschreckt Euch vor Euren eigenen Kindern, weil sie Eingeborene einer Welt sind, in der Ihr stets Einwanderer bleiben werdet. Weil Ihr sie fürchtet, übertragt Ihr auf Eure Bürokratien die elterliche Verantwortung, die Ihr zu feige seid, selber auszuüben. In unserer Welt sind alle Gefühle und Ausdrucksformen der Humanität Teile einer umfassenden und weltumspannenden Konversation der Bits. Wir können die Luft, die uns erstickt, von der nicht trennen, die unsere Flügel emporhebt.

In China, Deutschland, Frankreich, Rußland, Singapur, Italien und den USA versucht Ihr, den Virus der Freiheit abzuwehren, indem Ihr Wachposten an den Grenzen des Cyberspace postiert. Sie werden die Seuche für eine Weile eindämmen können, aber sie werden ohnmächtig sein in einer Welt, die schon bald von digitalen Medien umspannt sein wird.

Eure in steigendem Maße obsolet werdenden Informationsindustrien möchten sich selbst am Leben erhalten, indem sie - in Amerika und anderswo - Gesetze vorschlagen, die noch die Rede selbst weltweit als Besitz definieren. Diese Gesetze würden Ideen als nur ein weiteres industrielles Produkt erklären, nicht ehrenhafter als Rohmetall. In unserer Welt darf alles, was der menschliche Geist erschafft, kostenfrei unendlich reproduziert und distribuiert werden. Die globale Übermittlung von Gedanken ist nicht länger auf Eure Fabriken angewiesen.

Die zunehmenden feindlichen und kolonialen Maßnahmen versetzen uns in die Lage früherer Verteidiger von Freiheit und Selbstbestimmung, die die Autoritäten ferner und unwissender Mächte zurückweisen mußten. Wir müssen unser virtuelles Selbst Eurer Souveränität gegenüber als immun erklären, selbst wenn unsere Körper weiterhin Euren Regeln unterliegen. Wir werden uns über den gesamten Planeten ausbreiten, auf daß keiner unsere Gedanken mehr einsperren kann.

Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes erschaffen. Möge sie humaner und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen bislang errichteten.

John Perry Barlow (barlow@eff.org)

Davos, Schweiz

8. Februar 1996