Donnerstag, 29. Juli 2010

Sauberes Wasser ist Menschenrecht



Entscheidung der Vereinten Nationen Sauberes Wasser ist Menschenrecht

Die Vereinten Nationen haben den Anspruch auf sauberes Wasser in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen: Damit ist reines Wasser jetzt ein Menschenrecht. In der Vollversammlung der 192 Mitgliedsstaaten, von denen 163 anwesend waren, wurde eine entsprechende Resolution mit der Mehrheit von 122 Stimmen angenommen. Bolivien hatte den Vorschlag vorgelegt, der von 33 anderen Staaten unterstützt wurde.

Deutschland stimmt Kompromissvorschlag zu

Die Vereinten Nationen haben das Recht auf sauberes Wasser in die Erklärung der Menschenrechte aufgenommen.
41 Staaten enthielten sich bei der Abstimmung: UNO-Angaben zufolge verweigerten überwiegend entwickelte Länder ihr Veto, während die Staaten der Dritten Welt fast durchweg für den Entwurf stimmten. "Diese Resolution bringt kein Recht auf Wasser im Sinne des internationalen Rechts", sagte beispielsweise der Vertreter der USA. "Sie ist nicht eindeutig und deshalb müssen wir uns enthalten."

Auch Deutschland habe sich noch eine klarere Verantwortung in der Resolution gewünscht, sagte UN-Botschafter Peter Wittig. Dennoch habe man dem Kompromiss zugestimmt. Deutschland gehöre zu den entschiedensten Verfechtern des Rechts auf sauberes Wasser: "Weltweit haben 884 Millionen Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberem Wasser und mehr als 2,6 Milliarden keinen zu einfachen sanitären Anlagen. Jedes Jahr sterben etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen unsauberen Wassers, die meisten von ihnen sind Kinder", sagte Wittig.

"Alle dreieinhalb Sekunden stirbt ein Kind"
Boliviens UN-Botschafter Pablo Solón betonte, Millionen Menschen müssten jeden Tag ohne reines Wasser leben. "Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Durch schmutziges Wasser sterben mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Masern zusammen." Bei seiner Rede vor der Vollversammlung hielt Solón kurz inne: "Alle dreieinhalb Sekunden stirbt ein Kind, nur weil es kein sauberes Wasser hat."

Die Erklärung der Menschenrechte und damit auch der Anspruch auf sauberes Wasser ist völkerrechtlich nicht verbindlich. Einklagbar ist es selbst in den Unterzeichnerstaaten nicht, zu denen alle 192 UN-Mitglieder automatisch mit ihrem Beitritt zählen. Die Verankerung hat aber einen hohen symbolischen Wert und somit auch Einfluss auf die Politik von Staaten und der Vereinten Nationen

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