Freitag, 24. Dezember 2010

Bundesamt warnt vor Benutzung von Internet Explorer 6,7 und 8


Bundesamt warnt vor Benutzung von Internet Explorer
Sicherheitslücke beim Internet Explorer: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor der Benutzung des Microsoft-Browsers. Die Experten raten, bis zur Behebung des Problems alternative Browser zu nutzen, die zum kostenlosen Download bereitstehen.
Bonn - Wegen einer Sicherheitslücke sollten Computernutzer nach Einschätzung staatlicher Experten den Internet Explorer von Microsoft nicht mehr benutzen. "Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern, über eine manipulierte Website Schadcode in einen Windows-Rechner zu schleusen und zu starten", teilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Freitag in Bonn mit. Betroffen sind die Versionen 6, 7 und 8 des Internet Explorers auf den Windows-Systemen XP, Vista und 7.
Bislang gibt es noch keine Software-Aktualisierung, so dass die Experten vorerst andere Browser empfehlen. "Das BSI erwartet, dass diese Schwachstelle in kurzer Zeit für Angriffe im Internet eingesetzt wird." Nach Analyse des BSI erschwert zwar das Ausführen des Explorers im geschützten Modus Angriffe, kann sie jedoch nicht verhindern. Dasselbe gilt für Skriptprogramme (Active Scripting). Deshalb sollten PC-Nutzer vorerst auf einen anderen Browser umsteigen. Zur Wahl stehen unter anderen die Programme Chrome, Safari, Flock, RockMelt oder Firefox und mehr.
Die Warnung steht im Kontext der in den letzten Tagen bekanntgewordenen Hack-Attacken gegen US-Unternehmen. Microsoft gibt an, dass die aktuelle Sicherheitslücke bisher wohl nicht gegen Privatrechner eingesetzt worden sei, sondern nur sehr pointiert und gezielt gegen bestimmte Unternehmen. Das aber dürfte sich bald ändern: Mit jedem Bekanntwerden einer Sicherheitslücke, für die noch keine so genannten Patches (Flicken) zur Verfügung stehen, steigt die Gefahr, dass diese Lücken ausgenutzt werden.
Der Internet Explorer ist nicht das erste Mal Ziel eines solchen Exploits, der sogenannte Drive-by-Infektionen ermöglicht, die zu einer Infiltration eines Rechners durch bloßes Ansehen einer Website führen können. Als weltweit meistverbreiteter Browser ist der Explorer das Hauptziel vieler Cyber-Krimineller. Microsoft selbst empfiehlt, den MSIE zurzeit nur im Protected Mode und mit höchsten Sicherheitseinstellungen zu nutzen. Einfacher dürfte weniger Technik-affinen Internetnutzern hier tatsächlich die Installation und Nutzung eines Alternativ-Browsers fallen.

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