Montag, 2. Mai 2011

Osama bin Laden ist eliminiert worden


Fast zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington hat US-Präsident Barack Obama den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bekannt gegeben. Ein US-Team habe den Angriff am Sonntag ausgeführt und sich der sterblichen Überreste Bin Ladens bemächtigt, sagte der Präsident in einer kurzfristig anberaumten Rede im Weißen Haus. “Der Gerechtigkeit ist Genüge getan worden“, sagte Obama.

Bin Laden sei nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bei einem Hubschrauberangriff auf ein Haus getötet worden, berichteten sowohl Vertreter der USA als auch Pakistans. Demnach seien vier Helikopter an dem Einsatz beteiligt gewesen, wovon einer aber anscheinend abgestürzt sei, nachdem vom Boden aus das Feuer eröffnet worden war, berichtete ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter. Zu möglichen Opfern sagte er nichts. Auch ein Sohn Bin Ladens sowie drei weitere Personen seien bei der Aktion getötet worden, sagte ein US-Vertreter, ohne den Namen des Sohnes oder der anderen Getöteten zu nennen. Nach Angaben der USA kamen bei dem Einsatz keine Amerikaner zu Schaden.

Bin Laden habe sich in einem zweigeschossigen Gebäude nicht weit entfernt von einer pakistanischen Militärakademie versteckt gehalten. Wachen des Terrorchefs hätten vom Dach aus das Feuer eröffnet, hieß es von pakistanischer Seite. Mindestens zwei Explosionen waren in der im Nordwesten Pakistans gelegenen Stadt zu hören. Gestartet seien die Hubschrauber von einem pakistanischen Luftwaffenstützpunkt im Norden des Landes, sagte der Geheimdienstmitarbeiter. Bei der Aktion in der Stadt Abbottabad seien auch Frauen und Kinder in Gewahrsam genommen worden. Lange Zeit war vermutet worden, dass sich Bin Laden in den Bergen entlang der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt hält.

In Abbottabad ist mindestens ein Regiment der pakistanischen Streitkräfte stationiert. Tausende von Militärangehörigen leben dort. Die von Hügeln umgebene Stadt liegt nur wenige Stunden Fahrtzeit von der Grenzregion zu Afghanistan entfernt. Die Nachricht, dass Bin Laden ausgerechnet in Abbottabad getötet wurde, wirft somit erneut die Frage auf, ob die Streitkräfte und der Geheimdienst des Landes seinen Aufenthaltsort kannten.

Bestatung nach islamischem Brauch

Der Leichnam des getöteten Al-Kaida-Führers Osama bin Laden ist auf See bestattet worden. Dies verlautete am Montag aus US-Regierungskreisen. Die USA wollen den Leichnam des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden gemäß der islamischen Tradition behandeln. Dies sagte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AP.

Die Bestattung von Muslimen erfolgt nach strengen Regeln. Sie soll nach Angaben der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod stattfinden. Vorgeschrieben ist demnach eine rituelle Waschung des vollständig entkleideten Leichnams. Dieser soll von muslimischen Männern auf den Schultern zum Grab getragen werden. Möglich ist auch eine fahrbare Bahre, die von verschiedenen Menschen abwechselnd gezogen wird.

Der Leichnam soll in Tüchern bestattet werden und im Grab auf der rechten Körperseite liegen. Er muss in Richtung Mekka blicken. Das Grab soll so schlicht wie möglich gestaltet werden und darf zeitlich nicht befristet sein.

ap

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